Etwa 10 km vom Gummersbacher Zentrum, nahe der Aggertalsperre, liegt Lieberhausen, ein hochgelegenes Kirchdorf auf einem Bergsporn zwischen zwei Höhenrücken, umgeben von einer der schönsten bewaldeten Höhenketten des Oberbergischen. Es war sicher gerade diese schützende Lage der Grund, sich dort anzusiedeln. Es muss eine Frau gewesen sein, die hier das erste Anwesen gründete. Der ursprüngliche Name " Liefburga" lässt darauf schliessen. Ob noch zu Lebzeiten der "Liefburga" oder später der Zusatz "huson" angehängt wurde, ist nicht bekannt. Jedenfalls enstand über die Namensergänzung "Liefburgahuson" der heutige Name Lieberhausen. Erste historisch gesicherte Daten über "Lifburgahousen" liefert eine Übergabeurkunde aus der Zeit um 1040 - 1050. Der "Ort" bestand damals lediglich aus einem Hof, aber immerhin schon mit 73 "Hörigen". Teil dieses Hofes war auch eine "Capelle", aus der im Laufe vieler Jahrzehnte die heutige berühmte "Bunte Kerke" entstand. Diese dreischiffige Basilika mit ihren mächtigen Mauern und Pfeilern ist besonders wegen der kunsthistorisch bedeutenden Fresken weithin bekannt. Die Decken- und Wandgemälde vermitteln in einfacher Bildersprache die christliche Heilgeschichte und das jeweils zeitgenössische Verständnis darüber. 1174 wurde Lieberhausen bereits als zehntpflichtige Ortschaft genannt. Als Kirchdorf war Lieberhausen der Mittelpunkt der sich bildenden Bauernschaft. Im 17. Jahrhundert wurde die Ortschaft während des 30-jährigen Krieges teilweisezerstört. Nach den Pestjahren 1634 - 1636 blieben dem Ort nur noch wenige Einwohner.Zwar erholte sich Lieberhausen schnell von diesen Katastrophen -um 1755 gab es wieder 20 bewohnte Häuser - wurde dann aber durch Brände 1776 und 1854 völlig zerstört. Einzig die Kirche überstand beide Dorfbrände ohne grösseren Schaden. Die Bunte Kerke mit dem grossen, liebevoll gestalteten Kirchplatz bildet den Mittelpunkt des Ortes. Es lohnt sich also, in der Bunten Kerke mit der Entdeckung von Lieberhausen und Umgebung zu beginnen. Leben Lieberhausen und Umgebung auch kaum noch vom "Ländlichen", so blieb dennoch dieser Orts- und Landschaftscharakter erhalten und wird auch weiterhin bewusst gepflegt. Dies wird u.a. dadurch belegt, dass der Ort im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" als Golddorf ausgezeichnet wurde. Man sagt, der Ideenreichtum reicht zurück bis auf einen Urahn namens "Hick". Quelle-Lieberhausen im Wandel der Zeit